Kultivierung


Cryptocorynen und Lagenandra sind zwei eng miteinander verwandte Gattungen, der Aronstabgewächse. Während Lagenandra nur in Indien und Sri Lanka beheimatet ist, erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Cryptocorynen im südostasiatischen Raum von Indien bis nach Neuginea. Entsprechend dem riesigen Verbreitungsgebiet sind auch die Arten unterschiedlich in ihren Ansprüchen. Manche Arten findet man verbreitet von Indien bis Indonesien ( C. ciliata ), andere Cryptocorynen hingegen haben nur ein eng begrenztes Habitat ( C. eliptica ). Während über submerse Cryptocorynen im Aquarium schon einiges geschrieben und veröffentlicht wurde, so ist über die emerse Haltung von Cryptocorynen und Lagenandra zum Teil noch wenig bekannt. Bei der Vorstellung meiner Pflanzen beschränke ich mich daher hauptsächlich auf deren Haltung und die Pflege. Dabei möchte ich den interessierten Pflanzenfreund auf die wunderbare Homepage "The Crypts Page by Jan D. Bastmeijer" hinweisen. Dort werden auch die wissenschaftlichen Aspekte der Systematik, Botanik und die Verbreitungsgebiete der Cryptocorynen und Lagenandra ausführlich behandelt. Einige Cryptocorynen- liebhaber sammelten ihre ersten Erfahrungen mit dieser Pflanzengattung in der Aquaristik. Schon in den 50er und 60er Jahren waren Cryptocorynen wie C. wendtii, C. beckettii, C. affinis, beliebte und gutwüchsige Aquarienpflanzen. Durch Sammelreisen in Südostasiatischen Ländern, kamen dann im Laufe der Jahre immer mehr neue Arten hinzu, sodass es zurzeit ungefähr 60 beschriebene Arten gibt und sicher werden noch einige neue hinzukommen. Borneo z.B. ist noch wenig erforscht, von dort kommt ein Großteil der zuletzt neu entdeckten Cryptocorynen. Durch Brandrodung und Ausbreitung menschlicher Siedlungen, durch das Anlegen von z. B. Ölplantagen, sind viele Cryptocorynen - Arten und ihre Standorte gefährdet.

Durch die Verwendung von Buchenlauberde, ist es in den letzten Jahren gelungen, viele der so genannten schwierigen Arten über einen langen Zeitraum zu pflegen. Davor galten viele, wie z. B. C. elliptica, C. grabowskii, C. thwaithesii u. a. als schwierig zu halten. Noch immer sind nicht alle wesentlichen Faktoren die zur optimalen Haltung notwendig sind restlos geklärt. Warum kümmern manche Cryptocorynen, welche vorher jahrelang üppig und gesund wuchsen? Welche Substratmischungen sind die geeignetesten? Warum kommen manche Liebhaber ohne Düngung bei der Kultivierung aus, der andere hat aber beste Erfolge auch bei hochkonzentrierten Düngergaben? Gibt es Parallelen zwischen der so genannten Cryptocorynen ? Fäule im Aquarium und dem plötzlichen Absterben emerser Pflanzen?

Grundsätzlich kann man bei der Pflege der Cryptocorynen von zwei unterschiedlichen Substraten, für jeweils die entsprechenden Arten ausgehen. Zum einen ein so genanntes Sand-Lehm-Gemisch in unterschiedlicher Zusammensetzung, welches bei Bedarf noch mit einer geringen Menge Torf angereichert werden kann. Geeignet ist der Bodengrund für alle schnell wachsenden leicht zu pflegenden Arten, wie z. B. C. wendtii, C. beckettii, C. parva, C. pontederii folia, C. affinis, C. crispatula, C. usteriana und einige andere Arten. Diese sind auch in der Regel im Aquarium leicht zu halten und stellen keine besonderen Ansprüche. Die oben genannten Substrate sind sowohl für submerse als auch emerse Haltung geeignet.

Die andere Gruppe der Cryptocorynen umfasst die von mir so genannten sauer - liebenden Arten, die in der Regel in saueren salzarmen Gewässern vorkommen. Der Leitwert des Wassers ist sehr gering und die Farbe ist meist bräunlich bis bernsteinfarbig. ( organische Substanzen ) Diese Gruppe umfasst Arten, wie z. B. C. cordata, C. grabowskii, C. nurii, C. thwaitesii, C. bognerii, C. ferruginea, C. minima u. a. Diese Cryptocorynen bevorzugen ein saures Milieu. Deswegen ist ein Substrat mit entsprechendem Humusanteil notwendig. Ich verwende dafür Buchenlauberde, Torf, Seramis und Laterit in jeweils unterschiedlicher Zusammensetzung.

In der Pflege sind diese Arten schwieriger, doch trifft dies nicht auf alle zu. Meistens werden die Pflanzen emers kultiviert. Bei mir stehen die Töpfe in abgedeckten Aquarien in einer ca. 3 cm hohen Nährlösung. Eine submerse Kultivierung ist auf Dauer schwierig aber möglich. Bei entsprechenden Versuchen ist es ratsam die Pflanzen in ihren Töpfen ( Tontöpfe ) erst einmal mindestens 3 Monate einwurzeln zu lassen. Bilden sich erste Ausläufer, können diese dann untergetaucht weiter kultiviert werden. Eine einfache submerse Kultivierung von Cryptocorynen möchte ich hier vorstellen, z.B. Plastik oder Glasbehälter ca. 1-2 Liter Inhalt. Darin wird Buchenlauberde (4-5pH) und Kalkfreier Lehm ca.2-3cm hoch eingefüllt (Verhältnis 20:1). Danach wird vorsichtig ca. 10-15cm Regenwasser aufgegossen. Nach 1-2 Tagen kann dann die Pflanze vorsichtig eingesetzt werden. Abschließend wird eine Glasscheibe darübergelegt. Eine Plastiktüte (Transparent) darüber gestülpt, erfüllt den gleichen Zweck. Der Behälter sollte entsprechend hell und bei ca 22-28°C aufgestellt werden. Einige Pflanzen aus solchen Pflegebehältern sind in den jeweiligen Pflanzenporträts abgebildet.


Licht & Temperatur

Die meisten Cryptocorynen wachsen an mehr oder in weniger beschatteten Bächen. Eine starke Beleuchtung ist deshalb nicht notwendig. Sind die Pflegebehälter nicht höher als 50 cm so ist eine Leuchtstoffröhre ausreichend. Die Lichtfarbe ist zweitrangig, ich verwende so wohl Warmton wie auch Tageslichtröhren. Die Beleuchtungsdauer sollte etwa 12 Stunden betragen. Bei der Kultivierung im Gewächshaus ist in den Sommermonaten unbedingt auf eine ausreichende Schattierung zu achten. Cryptocorynen und Lagenandra sind wärme liebend. Temperaturen unter 20°C schaden auf Dauer, dagegen sind Temperaturen von 23-28°C optimal. Doch werden auch höhere Wärmegrade ( Sommermonate ) bis zu 32°C über längere Zeit toleriert.


Düngung

Nicht einfach zu beantworten. Ich selbst z.B. pflege Cryptocorynen derselben Art, sowohl ohne als auch mit Düngerzugabe. Der Leitwert des von mir verwendeten Regenwassers schwankt deswegen zwischen 50 μS (ungedüngt) bis zu 1000 μS (gedüngt). Der verwendete Dünger sollte ein hochwertiger Volldünger sein (z. B. Wuxal). Eine leichte Ansäuerung des Wassers mit Torf, hat bei den sauren - liebenden Cryptocorynen einen positiven Einfluss auf deren Wachstum. Einmal wöchentlich wird das Wasser zur Hälfte gewechselt.


Krankheiten

Cryptocorynen und Lagenandra können bei der emersen Pflege von einer Vielzahl von Krankheiten befallen werden. Sowohl unterschiedliche Pilzkrankheiten, als auch Schädlinge wie Läuse, Tripse, Milben usw. können die Pflanzen schädigen. Bei der Verwendung von Spritzmitteln ist Vorsicht geboten. Man sollte erst an einzelnen Pflanzen die Wirkung des Spritzmittels ausprobieren. Ölhaltige Präparate können z. B. die Blätter der Pflanzen nachhaltig schädigen. In der warmen Jahreszeit sollten die Cryptocorynen und Lagenandra 1- mal wöchentlich mit Wasser (temperiertes Regenwasser) nass eingesprüht werden, dies beugt auch Krankheiten vor.


Crytocorynen-Kulturbehälter 1: 100x40x40cm

Crytocorynen-Kulturbehälter 1: 100x40x40cm
Wasserwerte: Temp. 28°C -650 μS -5 pH
Crytocorynen-Behälter 2: 100x40x40cm

Cryptocorynen-Behälter 2: 100x40x40cm
Wasserwerte: Temp. 28°C- 620 μS- 5 pH
Crytocorynen-Behälter 1: 100x40x40cm

Cryptocorynen-Behälter 3: 100x40x40cm
Wasserwerte: Temp. 30°C- 620 μS- 5 pH
Crytocorynen-Behälter 4: 120x50x50cm

Cryptocorynen-Behälter 4: 120x50x50cm
Wasserwerte: Temp. 26 °C- 550 μS- 5 pH
Crytocorynen-Behälter 5: 120x50x50cm

Cryptocorynen-Behälter 5: 120x50x50cm
Wasserwerte: Temp. 25 °C- 880 μS- 5,5 pH